Ihr japanischer Partner sagt „Schwierig“ und meint „Nein“. Das Meeting war konstruktiv, aber drei Wochen später ist keine Entscheidung gefallen. Ein Claim, den Sie für stark halten, blockiert intern die Freigabe.
Das ist keine Unentschlossenheit. Das ist kulturelle Logik. Nemawashi, Ringi und Tatemae sind keine Etikette-Regeln. Sie sind die Mechanismen, nach denen japanische Unternehmen tatsächlich funktionieren. Wer sie versteht, liest Situationen anders. Nicht erst in der Rückschau, sondern genau im richtigen Moment.
Dieses interkulturelle Training Japan gibt Ihnen den kulturellen Rahmen, um japanisches Geschäftsverhalten zu dekodieren. Und konkrete Strategien, um Kommunikation, Verhandlungen und Materialien so zu gestalten, dass sie im japanischen Kontext tatsächlich wirken.
Für Führungskräfte, Vertriebsteams und alle, die mit japanischen Partnern arbeiten. Als Live-Webinar oder Inhouse-Training.
Interkulturelle Kompetenz Japan entsteht nicht durch Dos-and-Don’ts, sondern durch Verständnis der kulturellen Logik dahinter.
| Nemawashi (根回し) | Entscheidungen fallen in Japan nicht im Meeting. Sie fallen vorher. Nemawashi ist die informelle Vorabstimmung, durch die Konsens schrittweise aufgebaut wird. Wer diesen Prozess nicht kennt, wartet nach Meetings auf Entscheidungen, die längst gefallen sind. Nur woanders. |
| Ringi (稟議) | Das formale Freigabesystem mit Stempelkette. Jeder Stempel bedeutet persönliche Verantwortung. Ein Claim wie „garantiert 99,7% Verfügbarkeit“ wird nicht freigegeben; nicht weil er falsch ist, sondern weil das Risiko beim Unterzeichner liegt. |
| Tatemae und Honne | Tatemae ist die öffentliche Haltung, Honne die echte Meinung. Beide existieren gleichzeitig und haben ihre Berechtigung. „Interessant“ kann „Nein“ bedeuten. Schweigen kann Zustimmung bedeuten. Wer nur auf Worte hört, liest die Situation falsch. |
| Indirekte Kommunikation | Japan ist eine extreme High-Context-Kultur. Was nicht gesagt wird, ist oft wichtiger als das, was gesagt wird. Direktheit wirkt in Japan nicht kompetent, sie wirkt rücksichtslos. |
| Unsicherheitsvermeidung | Sowohl Deutschland als auch Japan vermeiden Unsicherheit konsequent, aber auf völlig unterschiedliche Weise. Deutschland durch klare Regeln und Verträge, Japan durch Prozess, Konsens und Beziehung. |
| Vertrauen und Beziehungsaufbau | Vertrauen in Japan entsteht langsam, durch Zuverlässigkeit und Konsistenz, nicht durch offene Kommunikation. Wer Erwartungen nicht erfüllt, beschädigt die Beziehung nachhaltig, ohne dass jemand etwas sagt. |
Sie verstehen, warum Meetings in Japan oft keine Entscheidungen bringen und wo der eigentliche Entscheidungsprozess stattfindet.
Sie wissen, wie Sie Materialien und Claims so formulieren, dass sie intern freigegeben werden, ohne inhaltliche Abstriche.
Sie erkennen, wann Ihr Gegenüber „Ja“ sagt und „Nein“ meint, und wie Sie reagieren können, ohne ihn in eine schwierige Position zu bringen.
Sie haben Strategien für typische Japan-Situationen: langsame Entscheidungen, ausweichende Antworten, späte Kursänderungen.
Sie können kulturelle Unterschiede im eigenen Unternehmen erklären und Ihr Team vorbereiten.
Das Verständnis, das Sie mitnehmen, überträgt sich auf jede neue Situation, nicht nur auf die Beispiele aus dem Training.
| Führungskräfte mit Japan-Verantwortung | Sie treffen Entscheidungen, die kulturelle Sensibilität erfordern: Verhandlungsstrategien, Personalentscheidungen, Organisationsdesign. Und Sie wollen verstehen, was hinter dem Verhalten Ihrer Partner wirklich steckt. |
| Vertrieb und Key Account Management | Sie bauen Kundenbeziehungen in Japan auf und pflegen sie — und wollen verstehen, warum Beziehungslogik dort so fundamental anders funktioniert als in Deutschland. |
| Projektteams mit japanischen Partnern | Sie sitzen täglich in Meetings und Verhandlungen mit japanischen Kolleginnen und Kollegen und wollen endlich begreifen, was wirklich kommuniziert wird. |
| Marketing-Verantwortliche | Sie starten Kampagnen, formulieren Botschaften für den japanischen Markt und wollen verstehen, welche Claims freigegeben werden und welche nicht. |
| Erfahrene Asia Hands | Sie haben Japan-Erfahrung, stoßen aber immer wieder an dieselben Kommunikationshürden — und wollen jetzt die Logik dahinter verstehen. |
60 Minuten. Bis zu 50 Teilnehmer. Der kompakte Einstieg, ortsunabhängig über Ihre bevorzugte Videokonferenz-Plattform, mit Live-Q&A und konkreten Beispielen aus der Praxis.
Halbtag. Bis zu 20 Teilnehmer. Für alle, die tiefer einsteigen wollen. Interaktiv, mit Szenarioarbeit aus Ihrem eigenen Berufsalltag.
Ganztag. Bis zu 16 Teilnehmer. Der vollständige Deep Dive mit Pre-Assignment, erweiterter Szenarioarbeit und Strategieentwicklung für Teams mit regionaler Japan-Verantwortung.
Alle Formate des interkulturellen Trainings Japan sind auch als Inhouse-Training buchbar. Preise auf Anfrage.
Wie ein perfekter Claim scheiterte
Ein deutscher Maschinenbauer bewirbt sein Produkt mit „Garantiert 99,7% Verfügbarkeit.“ In Deutschland ein Verkaufsargument. In Japan ein Problem.
Der japanische Produktmanager, der diesen Claim intern freigeben müsste, steht vor einem Dilemma: Wenn auch nur ein Kunde jemals 99,6% misst, hat er persönlich eine Aussage freigegeben, die nicht zutrifft. Das Risiko liegt bei ihm, nicht beim deutschen Hersteller.
Die Lösung: „Verfügbarkeit von bis zu 99,7% unter optimalen Bedingungen“, mit Verweis auf die Testbedingungen. Wer den Claim freigibt, übernimmt damit keine absolute Garantie, sondern bestätigt eine messbare Aussage unter definierten Umständen. Dieselbe Information, intern freigabefähig.
B2B-Kommunikation
Wir verstehen Geschäftskommunikation, nicht nur Kulturtheorie
Direkter Zugang zu Spezialisten, persönliche Projektbetreuung
Für wen ist das Training geeignet?
Für alle, die beruflich mit japanischen Partnern, Kunden oder Kolleginnen und Kollegen arbeiten. Ob erste Japan-Erfahrung oder erfahrener Asia Hand: das Training setzt keine Vorkenntnisse voraus, geht aber über Oberflächenwissen hinaus.
Was unterscheidet es von einem normalen Japan-Seminar?
Die meisten interkulturellen Seminare erklären Etikette-Regeln und Dos-and-Don’ts. Wir gehen tiefer: Nemawashi ist nicht einfach „Vorabstimmung“, Ringi ist nicht einfach „Bürokratie“. Wer die kulturelle Logik versteht, kann jede neue Situation selbst dekodieren.
Wie lange dauert das Japan-Webinar?
Das Japan-Webinar dauert 60 Minuten. Workshops und Intensiv-Workshops sind als Halbtag oder Ganztag buchbar. Für größere Teams bieten wir Inhouse-Formate an.
Gibt es das auch als interkulturelles Seminar Japan?
Ja. Der Workshop und der Intensiv-Workshop sind Präsenzformate und entsprechen einem interkulturellen Seminar Japan. Beide sind auch als Inhouse-Training buchbar. Sprechen Sie uns für individuelle Optionen an.
Wie buche ich?
Über das Kontaktformular auf dieser Seite. Wir melden uns innerhalb von 48 Stunden und stimmen Format, Termin und Teilnehmerzahl mit Ihnen ab.
Gibt es verwandte Trainings?
Ja. Für Teams, die den nächsten Schritt machen wollen: Japan Kulturmuster (kulturelle Logik im deutsch-japanischen Kontrast) und Japan: Geschäftskultur im Detail (sechs Module zu Strukturen, Entscheidungswegen und Kommunikationsmustern).
Markenbotschaften für den japanischen Markt: kulturell präzise und ringi-fähig formuliert.
Zur Transcreation
Prüft, ob Ihre Marke in Japan mit derselben Stimme spricht wie in Deutschland.
Zum Brand Consistency Audit
Rechtssichere Kommunikation im japanischen Markt — bevor Ihre Kampagne in die Freigabeschleife geht.
Zum Japan Compliance Audit
Sprechen Sie mit uns. Wir empfehlen das passende Format und stimmen Termin und Teilnehmerzahl mit Ihnen ab.